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Flächeneinrichtung

Jede Untersuchungsfläche erstreckt sich über eine Gesamtfläche von mindestens einem Hektar (ca. 100 x 100 m). Innerhalb dieses Flächenbereichs gibt es eine Intensivfläche auf der mindestens 30 adulte Eschen stehen und die möglichst natürliche Eschenverjüngung aufweist. Um die Intensivfläche ist ein äußerer Erweiterungsbereich gelegt, die Extensivfläche, auf der auch disruptive Arbeiten durchgeführt werden dürfen. Allerdings ist jede Fläche der konkreten Situation vor Ort angepasst.

Auf jeder Untersuchungsfläche werden die Stammfusskoordinaten sämtlicher Bäume eingemessen sowie Baumhöhe, Stammdurchmesser und soziologische Stellung aller Bäume ermittelt.

Die Kernflächen sind von einem Zaun umgeben, weil Studien zur Verjüngung nicht durch Wildverbiss beeinflusst werden sollen. Außerdem werden auf jeder Fläche Temperatur und Luftfeuchte gemessen. Dies sind beides Parameter, die für die Interpretation von Boniturergebnissen relevant sind, weil sie die pilzliche Aktivität beeinflussen.


Aufnahmeparameter

Zustand der Eschen | Bonituren

Die Eschen auf den Untersuchungsflächen werden im Winter- und im Sommerzustand bonitiert. Je nach Jahrszeit können unterschiedliche Merkmale in den Kronen erkannt werden: Im Winter insbesondere die Struktur der Krone mit ihrem Feinreisig bis hin zu den Grobästen oder Wasserreisern. Im Sommer ist vor allem die Belaubung von Interesse und kann Aussagen zur Vitalität des Individuums ermöglichen.

Im Verlauf des Projektes werden die Bonituren wiederholt und erlauben so Einblicke in den Fortschritt der Vitalitätsminderungen bis hin zum Absterben.

Auswahl von Plusbäumen

Plusbäume sind vitale Eschen mit mutmaßlicher Resistenz gegen den Erreger des Eschentriebsterbens. Solche Baumindividuen gelten als 'Hoffnungsträger' für kommende Eschen-Generationen. Sowohl auf den Untersuchungsflächen als auch vor allem über ganz Deutschland verteilt sollen möglichst bis zu 1.000 Plusbäume identifiziert werden. Von diesen werden dann Gewebeproben und Samen gewonnen, um ihre genetische Information zu sichern.

 

Aufnahmen in der Verjüngung

  • um maximal vier Punkte herum werden die nächstgelegenen 25 höchsten Verjüngungspflanzen (bis max. 2 m Höhe) bonitiert
  • Bonitur wird in der Vegetationsperiode bis Mitte August durchgeführt (Blattschäden einbeziehen)
  • Bonitur gemäß Boniturschlüssel (Jungeschen)
  • genetische Analysen an Verjüngungspflanzen zur Ermittlung der genetischen Variabilität

 

Sporenflug

Während der Sporulation von H. fraxineus werden kontinuierlich Sporen gesammelt, um deren Phänologie und Keimung zu untersuchen. Damit werden Aussagen zur Sporenbelastung in den Habitaten möglich; diese kann dann mit dem Infektionsgesehen korreliert werden.

 

Phänologie

Mehrmals jährlich wird der Entwicklungsfortschritt der Bäume zeitlich engmaschig aufgenommen:

  • Blattaustrieb und Blattentwicklung
  • Blüte
  • Samenreifung
  • Blattverfärbung und Blattfall

Gewinnung von Gewebeproben

Mehrere Teilprojekte gewinnen Proben von den Eschen und analysieren diese. Aus Blättern werden beispielsweise verschiedene pflanzliche Sekundärstoffe extrahiert, die mit dem Schutz vor Infektionen in Zusammenhang stehen könnten. Anhand von Holzproben und Stammscheiben wird das Wachstum des Pilzes im Bereich von Stammfußnekrosen untersucht. Aus Knospen werden Zellen gewonnen, aus denen dann vegetativ vermehrte Pflanzen entstehen sollen. Solche Klone mit besonderen Eigenschaften können längerfristig als Grundlage für zukünftige Eschenbestände dienen; aus geernteten Samen werden generativ vermehrte Sämlinge gezogen, die im Falle vererbter Resistenz ebenfalls neue Eschenbestände bilden könnten.